Verfasst von: jola | August 5, 2008

Chengdu/Shaanxi: Rettungsaktion für verletztes Pandababy

Vergangene Woche nahmen drei Experten der Chengdu Panda Base eine Fahrt von über 1.000 km auf sich, um ein verletztes neugeborenes Pandazwillingsbaby im Pandazentrum Shaanxi in der Nähe der Hauptstadt Xi’an, Provinz Shaanxi (bekannt durch die Terrakotta Armee), zu retten.

Das Pandazentrum im „Shaanxi Provincial Research Center for the Rescue and Breeding of Precious Wild Animals“ liegt am Fusse der Qinling-Berge rund 100km von der Hauptstadt der Provinz Shaanxi entfernt. Dort brachte die 9-jährige Ya Laoda, die in Chengdu aufgezogen wurde und sich im heurigen Frühjahr mit Ying Ying paarte, am Abend des 29. Juli 2008 um 20:06 Uhr in einer problemlosen Geburt Zwillinge zur Welt. Wohl durch ihre Unerfahrenheit verletzte sie den einen Zwilling schwer.

Das Pandazwergerl wurde sofort vom Tierarzt versorgt. Die Verletzung in der Achselhöhle sowie mehrere Haut- und Muskelverletzungen wurden mit acht Stichen genäht. Um eine Wundinfektion zu verhindern, mußte das Pandababy im Inkubator bleiben und konnte nicht der Mutter wieder zurückgegeben werden.

Ein riesen Problem, weil Pandababys innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt Kolostrum (= erste Milch, die nach der Geburt produziert wird) trinken müssen, damit sie überleben können. In Shaanxi hat niemand vom Personal Erfahrung mit dem „Melken“ einer Pandamama, um Kolostrum zu erhalten. Als Übergang, bis eine Lösung gefunden wurde, versorgte man das Baby mit einer Glucoselösung.

Damit die Überlebenschanchen bestehen bleiben, wurde um 23:00 Uhr ein Hilferuf zur Chengdu Panda Base gesandt und um Rat und Unterstützung gebeten. Ein Tierarzt, eine erfahrene Pflegerin und ein Spezialist für die Ernährung von Pandababys machten sich darauf hin sofort mit zwei Fahrern und 60ml wertvollem Panda Kolostrum im Gepäck auf den Weg nach Shaanxi.

Gegen Mittag des nächsten Tages kamen die Experten im Pandazentrum Shaanxi an. Das verletzte Baby mußte nochmals operiert werden. Die Pandapflegerin wagte sich – trotz großer Gefahr – zu Ya Laoda ins Gehege, um das zweite Baby zu holen und zu schauen, ob die Pandamama genug Milch produziert.

Die Zwillinge wurden auf der Säuglingsstation mit Kolostrum gefüttert, um sicher zu stellen, dass beide Pandababys mit der lebensnotwendigen Milch versorgt sind. Um 17:00 Uhr wurde das eine Baby wieder der Mutter zurückgebracht. Glücklicherweise nahm sie das Baby sofort wieder an, beide sind wohlauf.

Der Zustand des verletzten Babys ist sehr schlecht, es zeigt aber starken Überlebenswillen – es bestehen Chancen, dass es überlebt.

(Quelle: Chengdu Panda Base)


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