Verfasst von: jola | Februar 25, 2009

San Diego: Für immer getrennt …

Zhen Zhen, seit xy Stunden getrennt von Mama Bai Yun, 24. Februar 2009

Zhen Zhen in ihrem Schlafraum, 24 Stunden getrennt von Mama Bai Yun, 24. Februar 2009

Am 23. Februar 2009 16:00 Uhr (Lokalzeit) wurde im Zoo von San Diego, USA, nach einer vierwöchigen Entwöhnungsphase die Tür zwischen dem Gehege von Pandamädchen Zhen Zhen und Mama Bai Yun für immer geschlossen. Die kleine Zhen Zhen, 43,2 kg schwer und drei Wochen älter als „unser“ Fu Long, muß nun lernen, ein eigenständiges Solo-Pandaleben zu führen. Und Mama Bai Yun?

Wenn die 18,5 Jahre alte Bai Yun in den kommenden Wochen in den Östrus kommt, wird erwartet, daß sie nach Hua Mei (geb. 22. August 1999, lebt seit Februar 2004 in Wolong bzw. Bi Feng Xia, China ), Mei Sheng (geb. 19. August 2003, lebt seit November 2007 in Wolong bzw. Bi Feng Xia, China ), Su Lin (geb. 2. August 2005, bleibt noch ein Jahr in San Diego) und Zhen Zhen (geb. 20. August 2007) nochmals ein Pandababy bekommt, dieses Mal vielleicht sogar Zwillinge. Sollte es auf natürlichem Weg nicht funktionieren – immerhin hatte Bai Yun seit der letzten Paarungszeit keinen Kontakt mehr zu Pandamännchen Gao Gao, wer weiß, ob sich die beiden vertragen – wird auf künstlichem Wege nachgeholfen.

Anders als in Wien, wo Pandabub Fu Long gewöhnt ist, daß sich Mama Yang Yang stundenweise im anderen Teil der Anlage gemeinsam mit Papa Long Hui aufhält und er während dieser Zeit schläft oder sich selber alleine beschäftigt, verbrachte Zhen Zhen ihr gesamtes bisheriges Leben immer mit Mama Bai Yun.

Zhen Zhen mit Mama Bai Yun, 12. Dezember 2008

Zhen Zhen mit Mama Bai Yun beim gemeinsamen Frühstück, 12. Dezember 2008

Zhen Zhen mit Mama Bai Yun, 15. Dezember 2008

Zhen Zhen albert herum, Mama Bai Yun macht ein Nickerchen, 15. Dezember 2008

Zhen Zhen mit Mama Bai Yun, 17. Dezember 2008

Zhen Zhen und Mama Bai Yun beim Vormittagsnickerchen, 17. Dezember 2008

Vor vier Wochen wurde mit der Trennungs- und Entwöhnungsphase begonnen: zuerst hatten Mama und Kind nach Belieben freien Zugang zu zwei nebeneinander liegenden Gehegen. Nach etwa einer Woche wurde erstmals die Durchgangstür zum anderen Gehege geschlossen, die Kleine blieb so für einige Stunden hindurch von Mama Bai Yun getrennt. In den nächsten Schritten erhöhte man die Dauer der Trennung bis die Tür für immer geschlossen wurde.

Bis zum letzten Tag wurde die kleine Zhen Zhen gesäugt. Zufällig erwischte ich die beiden dabei an ihrem vorletzten gemeinsamen Tag.

Zhen Zhen und Bai Yun an ihrem lorletzten gemeinsamen Tag, 22. Februar 2009

Zhen Zhen und Bai Yun an ihrem vorletzten gemeinsamen Tag, 22. Februar 2009

Die kleine Zhen am vorletzten Tag an Mamas Milchbar, 22. Februar 2009

Die kleine Zhen bekommt auch am vorletzten gemeinsamen Tag Milch von Mamas Milchbar, 22. Februar 2009

[Anmerkung: Diese Bilder erwecken nicht gerade den Eindruck, daß Bai Yun sich von der Kleinen unbedingt trennen wollte bzw. daß eine dauernde Trennung aus „Sicherheitsgründen“ für Zhen Zhen jetzt schon erforderlich gewesen wäre. Von den Zuständigen wird beteuert, den beiden Pandas ginge es eh ausgezeichnet, die Trennung entspräche vom Zeitpunkt her ohnehin „dem natürlichen Lauf“ und sobald Bai Yun nicht mehr die Kleine säuge, werde sie (höchstwahrscheinlich) wieder paarungsbereit sein. Dennoch hinterläßt die Frage, ob sie in ihrem Alter und nach der Geburt und erfolgreichen Aufzucht von vier Pandakindern unbedingt noch ein Mal trächtig werden muß, irgendwie einen bitteren Beigeschmack.]

Währenddessen genießt in Wien der kleine „Glückliche Drache“ (Fu Long) weiterhin die gemeinsame Zeit mit Mama Yang Yang und seine tägliche Portion Mama-Milch. Möge ihm sein unbeschwertes Pandakind-Leben noch länger erhalten bleiben.

Fu Long mit Mama Yang Yang, 18. Februar 2009

Fu Long mit Mama Yang Yang, 1. Februar 2009

FU Long & Mama Yang Yang beim Bambusmapmpfen im Schneegestöber, 18. Februar 2009

Fu Long & Mama Yang Yang beim Bambusmampfen im Schneegestöber, 18. Februar 2009

(Fotos: J. Belik, Screenshots von Panda Cam San Diego Zoo, mit freundlicher Genehmigung)


Responses

  1. Wenn ich das so lese … Trennung damit Pandamami wieder paarungswillig ist … der Gedanke, der da in mir aufkeimt ist nicht gerade ein schöner! Schade, dass Zucht in San Diego wichtiger zu sein scheint als das Tier / die Tiere selbst.

  2. Beim Lesen des Orignaleintrags am 24.2.09 im Blog des San Diego Zoos stellte ich mir die genau gleichen Fragen! Und wunderte mich, dass Fu Lan mit 18 Monaten immer noch bei seiner Mutter ist.
    Die Art des Tiergarten Schönbrunn gefällt mir besser!


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